Feminine Food | Ein Guru für DICH! | Begleiten, Leiten, Wegweisen
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Ein Guru für DICH! | Begleiten, Leiten, Wegweisen

Klingt das nicht wunderbar? Ein Mensch, der dich auf jedem deiner Schritte begleitet und leitet und der dir bei Fragen objektiv zur Seite steht. Jemand, der immer genau weiß, welche Richtung die richtige für dich ist, der immer nur das Beste für dich will und dem du blind vertrauen kannst ohne je zu hinterfragen. Dein Guru. Dein Lehrer und Meister.

Jahrelang war ich auf der Suche nach meinem Guru, nach diesem Jemand, der mich führt. Im Yoga sind Gurus hoch geachtet. Hat man seinen Guru einmal gefunden, bleibt er für immer dein Lehrer. Ob ich jemals diesen einen, meinen Guru finden würde?

Heiß umfehdet. Wild umstritten… Der Guru Hype.

Den geistigen und spirituellen Lehrer nennt man im Hinduismus, im Sikhismus und im tantrischen Buddhismus „Guru“. Ein Guru ist ein sehr weiser Mensch, dessen Aufgabe es ist, Heilung, Wissen und Liebe in die Welt zu tragen. Er leitet seine Schüler auf der Suche nach Wissen und Erleuchtung und ist für sie unverzichtbar. Sie sind ihm ergiebig und folgen seinen Ratschlägen. Sein liebevolles, mit Bedacht gewähltes Wort zählt. Ein Guru ist reflektiert und sich seiner riesengroßen, verantwortungsvollen Aufgabe des Lehrer-Seins bewusst. Ein echter Guru wird sich niemals über seine Schüler stellen und befehlen, was sie zu tun, zu denken oder zu sagen hätten. Denn er begleitet und stellt Fragen, wie ein guter Therapeut, damit der Schüler selbst auf seine eigene Wahrheit stößt.

Im vergangenen Jahrhundert ist die Größe der Gefolgschaft populärer Gurus wie zB Osho, Maharishi Mahesh Yogi, Swami Sivananda, Sri Sri Ravi Shankar oder Eckhart Tolle explodiert, was nicht zuletzt den modernen Medien zu verdanken ist. Auch weibliche Gurus haben zahlreicher Anhänger, wie die erst 34-jährige amerikanische Guru Jagat oder Guru Sri Mata Amritanandamayi Devi. Weltweit führen Gurus teilweise riesengroße Menschengruppen zu hunderttausenden an, sie werden angehimmelt und mitunter sogar vergöttert. Manche meinen, bestimmte Gurus seien erleuchtet und somit Gott-gleich. Und bestimmt gibt es viele erleuchtete spirituelle LehrerInnen. Der Dokumentarfilm „Wild wild country“, eine Netflix Produktion, schildert auf beeindruckende Weise den Zuwachs Oshos Gefolgschaft. Diese wächst so rasant, dass man in den USA sogar eine eigene Stadt für den Meister errichtete.

Wie ein einzelner Mensch so große spirituelle Macht bekommt, zeigt sehr deutlich der Dokumentarfilm „Kumare“ auf. Ein indisch stämmiger Amerikaner, der weder erleuchtet, noch eine Ahnung von Yoga oder anderen Prinzipien hat, möchte dem Werden eines Gurus auf die Schliche kommen. Er zieht sich indische Kleidung an und spricht in einem indischen Akzent. Er erfindet Anwendungen wie Meditationen, die bestimmte Heilkräfte haben sollen. Und ohne viel Aufwand, nur mit dem überzeugenden Auftreten ein Guru zu sein, hat er innerhalb kürzester Zeit tatsächlich hunderte Anhänger, die ihn verehren. So schnell ist man von einem „normal Sterblichen“ zum Guru avanciert. Obwohl man gar keiner ist.

Im Idealfall begleitet ein Guru seine Schüler mit den besten Absichten. Doch leider häufen sich negative Berichte von großen Gurus wie Gurmeet Ram Rahim Singh, der wegen Vergewaltigung zweier seiner Anhängerinnen 2017 schuldig gesprochen wurde oder Bikram Choudhury, welcher zu einer Gerichtsstrafe in Millionen höhe wegen Mobbings und sexueller Belästigung verurteilt wurde, tauchen immer wieder auf.

Leider kein Einzelfall in der Welt der Gurus. Man hört und liest von Meistern, die ihre Schützlinge ausnutzen. Und das auf jeder erdenklichen Ebene. Ein Guru befindet in einer sehr machtvollen Position, die zugleich mit großer Verantwortung einhergeht. Schützlinge, die sich im besten Glauben und in vollem Vertrauen ihrem Guru geöffnet haben, um sich führen zu lassen, sind verletzlich und angreifbar. Natürlich kann man das auch naiv nennen. Doch beleuchtet man einmal jene Menschen, die einen Lehrer suchen, wird man vermutlich schnell bemerken, dass sie etwas vermissen, was sie in sich selbst (noch) nicht finden. So war es zumindest bei mir.

 

Was du suchst liegt in dir. Und die Antwort auf deine Fragen findest du überall.

…beim Beobachten eines spielenden Kindes, bei einem Gespräch mit deinem Großvater, im rauschenden Bach oder im Bestaunen eines Marienkäfers, der seine eben geputzten Flügel ausbreitet und zum Abheben ansetzt. Du findest die Antworten überall und in jedem, wenn du bereit bist, die Weisheit darin zu sehen und anzuerkennen. Dann lasse die Natur und die Menschen um dich herum deine Lehrer sein.

 

Kurz nachdem ich meinen Partner und Vater meines Kindes Stefan kennengelernt habe, hatte ich ihm von meinem Traum, einmal meinen Guru zu finden, erzählt. Seine Reaktion war für mich in der Tat erstaunlich. Er meinte, dass ein fremder Mensch doch nie wissen kann, was für mich das Beste ist. Wie könnte ein alleiniger Mensch dein gesamtes Leben den perfekten Rat für mich haben, und zwar in jeder Situation? Wieso schließlich müsse man sich allen anderen Lehrmeistern verwehren? Zumal der größte Meister man selbst ist – das Herz und die eigene Intuition. Selbst jede noch so unscheinbare Begegnung und jedes beiläufige Gespräch, ein langsamer Sonnenuntergang oder die Weite eines Landschaftsbildes können zu deinem Wegweiser, deinem Guru werden. Überall kannst du deinen Meister finden. Für diesen Moment. Es sind Impulse, die mit deinem Herz räsonieren. Und hört man intuitiv auf diese leisen und lauten Klänge, wird man immer den richtigen Weg gehen.

 

Stefans Worte fanden anklang bei mir und erzeugten noch lange anhaltenden Nachhall. Sie erwärmten mein Herz. Sie waren der Ausdruck dessen, was ich bereits seit einiger Zeit spürte und weshalb ich nach langer Suche meinen Guru immer noch nicht gefunden hatte. Nämlich weil es für mich nicht den einen Meister gibt. Sondern mein Guru ist überall – in einer bekömmlichen Mahlzeit, in einem tiefen Gespräch, in einem liebevollen Blick, im Wald und am Wasser, in der Selbstliebe. Überall. Denn geht man mit offenen Augen und einem offenen Herzen durch’s Leben, so findet man in den unerwarteten Momenten Antworten und Wegweiser. Denn die Antworten sind bereits da. Man muss sie nur sehen. Mit dem Herzen.

 

Du bist dein Guru.

Aus diesem Grund möchte ich dich dazu ermutigen, egal ob du jemals auf deiner Suche nach einem Guru in welchem Sinne auch immer warst oder nicht: Höre auf deine Intuition. Höre auf dein Herz. Du weißt ganz genau, welcher Weg der richtige für dich in diesem Moment ist und welcher dir aufgezwungen wird, welche Menschen dich bestärken und welche dich runter ziehen oder welche Lebensmittel dir gut tun und welche nicht. Du spürst es. Nimm all die kleinen Helferlein, die das Wissen deines Herzens bestärken, wahr. Vertraue darauf, dass du mit deiner Intuition und deinem Herzen immer den richtigen Weg gehst. Denn du bist dein eigener Guru.

 

In Verbundenheit,
Denise