Feminine Food | Über uns
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drei Frauen – drei Geschichten

Vor ein paar Jahren führten unserer Wege zueinander – zunächst war es „nur“ große Sympathie, die wir einander gegenüber empfanden. Doch schon bald stellten wir fest, dass es das Frausein ist, warum wir uns so verbunden fühlen. Wir sind drei junge Frauen, die sich mutig auf den Weg machten um ihre ganz persönliche Wahrheit zu finden. Denn unsere Körper zeigten uns Warnsignale auf, dass etwas aus dem Gleichgewicht gerutscht ist. Das, was wir bei uns allen dreien beobachteten, war, dass wir viel zu sehr einer Norm nachjagten, die es schlicht weg nicht gibt. Jede Frau ist einzigartig und hat ihren absolut individuellen Zyklus, ob mit Regel oder ohne.

Weiblichkeit leben heißt, sich so anzunehmen wie Frau ist. Schließlich ist der weibliche Körper ein Wunderwerk der Natur und schenkt neues Leben.

Beim Genuss kleiner feiner Köstlichkeiten, nach einem Frauen-Yoga-Workshop, war klar – uns verbindet noch etwas ganz großartiges – das Kochen und Backen mit wert- und sinnvollen Lebensmitteln … und das durch Selbsterkenntnis erworbene Wissen, dass Lebensmittel Mittel zum Leben sind und uns wieder in Balance bringen können.

All das Wissen, die Rezepte, die Kräuterwirkstoffe sind von uns selbst viele male erprobt, gekocht, gebacken, genossen worden. Der bewusste und achtsame Umgang mit unserem Körper und unserer Seele ist der Schlüssel zu unserem Wohlbefinden. Wir lernten dadurch unserem Körper zu vertrauen, hören auf seine Zeichen und möchten nun Frauen (aber auch Männer) mit diesem Blog inspirieren, Freundschaft mit ihren Tagen zu schließen, sich selbst wieder näher zu kommen, die blinden Flecken sichtbar werden lassen, ihre Schönheit zu sehen und selbst die Verantwortung über das eigene Wohlbefinden wieder zurückzuerobern. Du hast immer die Wahl.

In Verbundenheit

Andrea, Denise, Verena 

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Andrea Haselmayr

Der rote Faden in meinem Leben 

Schon als Kleinkind mit nicht einmal 8 Jahren hatte ich mit meinen weiblichen Geschlechtsorganen zu tun – während andere Kinder spielten, war ich mit einer Operation und einer Organentfernung (Eierstock) beschäftig.

 

Auch ein kleiner Stein wirft weite Wellen im Wasser, damals war mir nicht bewusst wie weit die Kreise sich in mein Leben ziehen werden. In der Pubertät war ich die letzte in meinem Jahrgang – erst mit 16 bekam ich meine 1. Regelblutung, davor musste ich mich mit dem Thema Hormontherapie, Unfruchtbarkeit beschäftigen. Ich erinnere mich noch genau, dass ich 3 Tage vor meinem 16. Geburtstag im Mädcheninternat wie wild hüpfte, ja sogar vor Freude weinte, weil ich meine Tage bekam.

Ähnlich, wenn nicht viel intensiver war dieses Gefühl, als ich 2016 nach einer langen, schmerzhaften, aber sehr heilenden Reise zum Kern meines Frauseins gelang. Ich durchwanderte, mit der Diagnose eines tumorartigen Gewächses am noch vorhandenen Eierstock, Prozesse der Reinigung und der heilsamen Innenschau. Jahrelange habe ich mein Frausein nicht in mein Leben integriert, habe hingegen die harte, kämpferische und machtvolle männliche Dominanz gelebt. Schneller, erfolgreicher, besser… Doch diese Diagnose – mit der Drohung auch meinen letzten Eierstock zu verlieren – brachte mich zum sofortigen Stillstand. Was möchte mir mein Körper damit sagen? Warum soll es mein Schicksal sein, meine weiblichen Geschlechtsorgane zu verlieren? Heute weiß ich, dass es die Weiblichkeit war, die in meinem Leben zu kurz kam. Nach einem intensiven Jahr, habe ich es jedoch geschafft, das Thema an der Wurzel zu packen, ich habe meine Ernährung total umgekrempelt, mehr Präsenz und Weichheit integriert und mich von allem gelöst, was nicht mehr zu mir gehören sollte. Ich habe mich befreit – von der Maske, die mir über Jahre den Blick auf mich selbst verwehrt hat – ich bin voller Dankbarkeit, eine Frau zu sein, die mitten in ihrem Leben steht, die die Liebe zu sich selbst erst lernen musste, aber deshalb erleben durfte und darf, dass Wunder passieren, wenn man sein Herz öffnet und seiner Seele lauscht.

 

Was ich dir wünsche:

Wie die alte Weide im Märchen Pocahontas schon sang: „Que que natura, du wirst es verstehn. Lausche mit dem Herz, dann wirst du verstehn. Lass den Weg dir weisen, von den Wellen, die vergehen. Lausche mit dem Herz, dann wirst du verstehn.“

Lausche deiner Stimme der Weiblichkeit.

 

Habe den Mut dazu – dein Leben und deine Seele werden es dir danken.

 

Andrea

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Denise Rosenberger

Als ich zur Frau wurde

Ich wollte nie wirklich weiblich aussehen, versteckte gerne meine Kurven.

 

Alles begann mit 11 Jahren, als ich das erste Mal meine Tage bekam. Die monatliche Blutung plagte mich immer mit schlimmen Bauchkrämpfen, Brustschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Regelmäßig war sie nie, dafür stark. Also bekam ich mit 15 Jahren die Pille verschrieben. Meine Blutung und ihre Begleiterscheinungen wurden leichter. Doch ich hatte eigentlich keine Ahnung, was ich da meinem Körper antat…

Nach acht Jahren hormoneller Verhütung spürte ich, dass mein Körper wieder seinen eigenen Rhythmus finden wollte. Ich setzte die Pille ab und wartete. 9 Monate lang. Keine Regel. Sie fehlte mir. Sie war ja schließlich ein Teil von mir, der nun verschwunden war. Meine Haut wurde zunehmend unreiner und ich verspürte einen großen Drang nach Reinigung. Zu dieser Zeit war ich im Yoga Ashram auf den Bahamas und erzählte einer Freundin von meinem Problem – eine kanadische Kräuterhexe wie sie im Buche steht! Sie gab mir einen speziellen Kräutertee zu trinken, worauf hin meine Blutung einsetzte. Ich konnte es kaum fassen! Ich grinste bestimmt einige Tage lang über’s ganze Gesicht. Ich fühlte mich meiner Weiblichkeit einen Schritt näher.

Doch meine Blutung kam sehr unregelmäßig. Einige Monate nach meiner Rückkehr nach Österreich stellte mein Gynäkologe PCOS (Polyzystisches Ovarsyndrom) fest. Das bedeutet, dass meine Eierstöcke mit unzähligen kleinen Zysten umhüllt waren, welche die Hormonproduktion meiner Eierstöcke beeinflussten. Er verschrieb mir Mönchspfeffer. Nach wenigen Wochen waren die Zysten verschwunden und mein Zyklus wurde zum ersten Mal in meinem Leben regelmäßig. Zusätzlich begann ich mich speziell mit Ritualen und Yoga für Frauen als auch mit Frauenkräutern zu beschäftigen. Es fühlte sich einfach so stimmig an, das Thema Weiblichkeit auf allen Ebenen in mein Leben zu integrieren.

Nun konnte ich meinen Körper endlich in seinem eigenen Rhythmus kennenlernen. Ich begann meinen Eisprung wahrzunehmen. Auch die monatlichen Veränderungen meiner Brust, meines Muttermundes und Cervixschleims haben mir viel über meinen Zyklus beigebracht. Es ist so eine Freude, meinen Körper durch seinen ureigenen Rhythmus zu spüren, mich vollkommen als Frau zu erleben.

 

In jenen Momenten, als ich diese Worte verfasse, strampelt ein kleines Wesen in meinem Bauch.

Seine Füße streckt es gegen meine Bauchdecke. Zeit für eine Fußmassage! Es genießt die Streicheleinheiten in vollen Zügen. In ein paar Wochen, vielleicht sind es aber auch nur Tage, kommt unser Kind zur Welt. Wie kann ich diese Welt zu einem liebevolleren und bunteren Ort machen?

 

Diese Welt – mein Wunsch.

Das einzige, was ich tun kann, um diese Welt schöner und bunter zu machen, ist, mit dir liebevoll in Kontakt zu treten. Ich will dir deine Schönheit und dein Strahlen zeigen! Du bist einzigartig in deinem Sein, in deiner Weiblichkeit, hast ein individuelles Potential in dir, welches entfaltet und gelebt werden will. Mit Liebe zu dir und deiner weiblichen Schönheit wächst die Liebe und Verbundenheit zu deinen Mitmenschen und unserer Umwelt. Es ist notwendiger denn je, dass du JA zu dir, deiner Weiblichkeit und deinem kreativen Potential sagst!

 

Denise

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Verena Haselmayr

Frausein ist für mich, … 

… wie eine wild gewachsene Blumenwiese, die mit ihrer Farbenpracht und Natürlichkeit die Welt erblühen lässt.

 

Auf den Spuren meiner Weiblichkeit und wie alles begann:

Als ich mit 14 Jahren den Entschluss fasste in ein Mädcheninternat zu gehen und einen zu 99% frauendominierenden Beruf zu ergreifen war mir noch nicht bewusst, welche gravierenden Auswirkungen das Thema Frausein auf mich haben sollte. Als ich mit 16 Jahren noch immer nicht das erste Mal meine natürliche Blutung hatte, verschrieb mir mein Arzt die Pille. Alle Sorgen waren so geschluckt. Die Jahre meiner Adoleszenz waren keine, die ich noch einmal erleben wollen würde – nein, aber ich würde sie aus heutiger Sicht ganz anders durchleben können. Damals hütete ich mich davor, der Wahrheit ins Gesicht zu sehen, denn ich wusste, dass der Pillen-Schleier eines Tages abgenommen werden musste – spätestens dann wenn ich eine Familie gründen möchte. Erst 7 Jahre später hatte ich den Mut, den Vorhang fallen zu lassen und mit der Diagnose: Unfruchtbar, klar zu kommen. Zeitgleich wusste und spürte ich, dass dies noch nicht das Ende war. Ich krämpelte mein Leben um, lernte mich neu kennen und begab mich auf die Reise in mein tief verborgenes Frausein. Ein Weg voll Schmerz, Trauer, Angst, Freudentränen und den leisen Zeichen meines Körpers zu lauschen wartete auf mich. Heute weiß ich, dass Körper, Geist und Seele Ausdruck meines Frauseins sind. Ein Heilungsweg, den jede Frau gehen kann, die mutig ist sich ihrer eigenen Schönheit und ihrem kraftvollen Schöpfergeist bewusst zu werden.

 

Was ich dir wünsche:

Lebe dein Leben, in Fülle und mit der Einzigartigkeit deines Frauseins. Erkenne das Potenzial darin, koste es aus und stecke andere Frauen mit deiner strahlenden Präsenz an.  Zeige dich so wie du bist, lass’ los, was nicht zu dir gehört und – glaube an dich und deine Selbstheilungskräfte.

Your life is the essence of your inner beauty.

 

Verena

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Lukas Lorenz

Frau ist …

… der Ursprung des Lebens. Die Fruchtbarkeit.
Ein Schatz. Die wertvollste Ressource.

 

Mein Bewusstsein zum zyklischen Leben der Frau hat sich erst so richtig während der Entstehung von unserem Buch „EAT LIKE A WOMAN“ geschärft. Nachdem es in diesem Bereich sicher noch so viel zu entdecken gibt und so vielen Frauen dabei geholfen werden kann, sich selber zu spüren und hinzusehen, ist es für mich eine besondere Ehre bei den wunderbaren FeminineFood-Damen mitwirken zu dürfen.

 

Worüber ich schreiben möchte:

In meinen Blogposts möchte ich ganz besonders die Entwicklung des weiblichen Zyklus im Laufe der Menschheitsgeschichte thematisieren und hinterfragen, wieso die Frau in den weitesten Teilen der Welt eine untergeordnete Rolle spielt. Ich möchte wissen, warum es so gekommen ist und warum die Frau mit all ihren Gaben weniger gesellschaftliches Gewicht als die Männer haben.

Der zweite Punkt ist die männliche Sicht auf den Zyklus und die Menstruation. Hier gibt es auch wieder die Frage nach dem warum. Warum ist die Blutung weitgehend verpönt? Warum blenden Männer die Auswirkungen auf den weiblichen Körper aus? Wissen sie überhaupt etwas davon?

 

Ich denke, es gibt noch viele offene Fragen. Wenn wir hier ein paar davon lösen können oder mehr Informationen verbreiten können, ist der nächste Schritt zu einer gesunden Weiblichkeit getan.

Lukas

Lukas Lorenz Fotografie